Recruiting

Pflegekräfte gewinnen heißt klären

Adressaten-Architektur entscheidet über Wirkung. Nicht Budget, nicht Reichweite.

Die personelle Lage in der Pflege ist Dauerthema. Wer mit pauschalen Kampagnen reagiert, erreicht viele und überzeugt niemanden. Wirksame Kampagnen klären zuerst.

Universitätskliniken, Privatkliniken, Reha-Einrichtungen, medizinische Versorgungszentren und Spezialpraxen konkurrieren seit Jahren um Pflegekräfte – und die Bewerberinnen-Pools sind regional, fachlich und biografisch so unterschiedlich, dass eine einheitliche Recruiting-Strategie selten trägt.

Die häufigste Schwäche von Pflegekräfte-Recruiting-Kampagnen ist nicht das Budget, nicht das Design, nicht die Reichweite. Es ist die Adressaten-Annahme. Wer eine Recruiting-Kampagne aufsetzt, ohne vorher zu klären, welche konkrete Bewerberin er erreichen will, produziert Kommunikation, die viele anspricht – und niemanden überzeugt. Eine Pflegekraft mit zehn Jahren Berufserfahrung sucht etwas anderes als eine Berufsanfängerin nach der Ausbildung. Eine Bewerberin, die nach Elternzeit wieder einsteigt, hat andere Prioritäten als eine, die aus einem Standardkrankenhaus in eine Universitätsmedizin wechseln will. Eine Pflegekraft im urbanen Raum hat andere Lebens- und Mobilitäts-Verhältnisse als eine im ländlichen. Diese Unterschiede sind keine Marketing-Segmentierung, sondern operative Realität – sie bestimmen, welche Sprache, welche Bilder, welche Kanäle, welche Botschaften eine Kampagne tragen kann.

Hinzu kommt die Sektor-Differenzierung. Eine Pflegekräfte-Kampagne für eine Universitätsklinik – mit ihrer hochkomplexen Patientenversorgung, ihrer akademischen Verankerung, ihren spezialisierten Stationen – funktioniert anders als eine Kampagne für eine regionale Reha-Einrichtung mit ländlichem Einzugsgebiet und planbaren Schichten. Eine Kampagne für ein medizinisches Versorgungszentrum mit ambulant-spezialisierter Tätigkeit braucht andere Sprache als eine für ein Großstadtklinikum mit Notaufnahme und 24-Stunden-Betrieb.

Eine besondere Bedeutung kommt der Ausbildungs-Ebene zu. Wer langfristig Pflegekräfte gewinnen will, beginnt nicht erst bei der Recruiting-Kampagne für ausgebildete Kräfte – er beginnt bei der Sichtbarkeit für Auszubildende. Berufsschulzentren für Gesundheitsfachberufe, Pflegeschulen, Ausbildungs-Verbünde sind dabei nicht nur Bildungs-Einrichtungen, sondern auch Marken im Wettbewerb um Auszubildende. Wer hier markenstrategisch unterentwickelt ist, verliert den Nachwuchs an besser positionierte Wettbewerber.

Ein zweiter, oft unterschätzter Faktor ist die interne Kommunikation. Recruiting-Kampagnen leben nicht nur von externer Sichtbarkeit, sondern von der Glaubwürdigkeit, die das eigene Personal über die Einrichtung kommuniziert. Wer als Pflegekraft in einer Klinik unzufrieden ist, wird das in ihrem privaten Umfeld kommunizieren – und damit die externe Recruiting-Botschaft konterkarieren. Eine kluge Kampagne berücksichtigt deshalb die interne Stakeholder-Kommunikation als Voraussetzung, nicht als Zusatz.

pi-ar entwickelt Recruiting- und Ausbildungs-Kommunikation für Healthcare-Einrichtungen und Gesundheitsfachberufe-Ausbildungsträger. Was sich über alle diese Kampagnen bestätigt hat: Die wirksamsten sind die, die nicht versuchen, das gesamte Bewerberinnen-Spektrum gleichzeitig zu erreichen. Sondern die, die sich auf zwei oder drei klar definierte Adressaten-Gruppen konzentrieren – mit dort wirklich überzeugender Sprache und Bildwelt. Eine Recruiting-Kampagne, die niemanden ausschließt, erreicht erfahrungsgemäß auch niemanden besonders.

Wir achten auf Vertraulichkeit – Referenzen auf Nachfrage.

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